Ja zum Meisterbrief bei Facebook

1. Gelebter Verbraucherschutz
o In der Meisterausbildung werden die fachlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen für die langfristig erfolgreiche Führung eines Handwerksunternehmens gelegt. Nur wer fachlich gut ausgebildet ist, kann gute Leistungen für den Endkunden erbringen! Eine Insolvenzquote von unter 1 % bei meisterpflichtigen Betrieben, belegt eindrucksvoll das die Qualifikation „Meister“ sich auch in dieser Hinsicht bewährt.
o In den seit 2004 52 zulassungsfreien Handwerken ist die Zahl der Meister nachweislich deutlich zurückgegangen, bei Fliesenlegern und Raumausstattern um rund 70 %!
o Die Mehrheit der nach der Deregulierung gegründeten meisterfreien Betriebe geht innerhalb der ersten 3 Jahre wieder vom Markt. Bei Gewährleistungsansprüchen hat der Endverbraucher das Nachsehen.
2. Grundlage für das hohe Leistungsniveau im Deutschen Handwerk
o Bei den 2004 52 deregulierten Berufen wurde auf jeden Nachweis einer Qualifikation vor Betriebsgründung verzichtet. Damit besteht kein Anreiz vor dem Schritt in die Selbständigkeit die notwendigen fachlichen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse zu erlernen. Die Folge ist Pfusch in Massen.
o Die Deregulierung ist damit gleichzeitig ein Angriff auf den weltweit anerkannten Gesellenbrief!
3. Grundlage der qualitativ hochwertigen Ausbildung im dualen System
o In der Meisterausbildung bekommen Jungmeister nicht nur die Fachkompetenz für eine hochwertige Ausbildung vermittelt, sondern auch die arbeitspädagogischen Grundlagen. Ohne Meister keine Ausbildung!
o 95% der Auszubildenden im Handwerk werden in meisterpflichtigen Berufen ausgebildet! Bei den nicht mehr meisterpflichtigen Fliesenlegern ist die Ausbildungsleistung seit 2004 um 35 %, bei den Raumausstattern um 40 % zurückgegangen!
o Zudem findet die Ausbildung in den52 seit 2004 zulassungsfreien Handwerken überwiegend in „Altbetrieben“ (die vor der Deregulierung existiert haben) statt. „Neubetriebe“ (die nach der Deregulierung gegründet wurden) bilden kaum aus.
o Perspektivisch könnten damit bei einer weiteren Deregulierung 70.000 Ausbildungs-plätze pro Jahr (!) verloren gehen.
4. Die Deregulierung hat nicht zu wirtschaftlichem Wachstum geführt!
o Ziel der Deregulierung der 52 Handwerksberufe in 2004 war, Betriebsneugründungen zu vereinfachen und damit für Wachstum zu sorgen. Das hat nicht funktioniert! Zwar ist die Zahl der Betriebsneugründungen gestiegen, Umsatz und die Gesamtzahl der Beschäftigten sind aber gleich geblieben.
o Die Deregulierung ist auch ein Angriff auf die Sozialsysteme, weil reguläre Arbeitsverhältnisse durch Ich-AG´s, Soloselbständige und ausländische Billigarbeitskräfte verdrängt wurden. Die durchschnittliche Betriebsgröße in den jetzt nicht mehr meisterpflichtigen Berufen ist von 11,3 auf 4,3 zurückgegangen. Das geht massiv zu Lasten der Sozialsysteme und hat weitreichende Folgen!
5. Die Meisterpflicht ist keine europäische Binnenmarktschranke
o Will ein europäischer Staatsbürger grenzüberschreitende Dienstleistungen vorüber-gehend in Deutschland erbringen, muss er das lediglich anzeigen.
o Will er sich dauerhaft niederlassen, muss er nur die Gleichwertigkeit seiner Qualifikation belegen.

Quelle: Malerinnung Rhein-Main
Foto: www.zdh.de